Thermografie

Alle Körper strahlen, je wärmer sie dabei sind, desto stärker erscheinen sie. Wenn die Temperatur etwa 500 °C übersteigt, wie bei glühendem Metall, so können wir das Leuchten mit eigenen Augen sehen.

Für Körper bei Raumtemperatur ist diese Wellenlänge für Menschen allerdings unsichtbar, denn es strahlt infrarot. Nur wenige Tiere, wie einige Schlangen und Insekten, können diese Strahlung direkt wahrnehmen. Diese Wärmestrahlung kann jedoch mit Thermografie-Kameras dargestellt werden.

Problemstellen, wie Wärmebrücken, lassen sich durch das zerstörungsfreie Messverfahren der Thermografie an Gebäuden aufspüren.

Es können so Bauschäden und Probleme mit erhöhtem Wärmestrom aufgespürt werden.

Hohe Innen- und möglichst niedrige Außentemperaturen sind die Voraussetzung, um die Wärmebrücken sichtbar zu machen.


Gebäudethermografie

Energieverluste infolge mangelhaftem Wärmeschutz an Gebäuden kosten viel Geld. Dem bloßen Auge bleiben Mängel, Leckagen und Schäden verborgen. Dem Blick einer Thermografiekamera entgehen sie nicht. Sowohl zur gezielten Planung bei der Altbausanierung, als auch zur Qualitätskontrolle bei Neubauten und Sanierungen, erweist sich die Thermografie als zweckmäßig. Hausbesitzer und Bauherren unterstützt diese Technologie darin, Betriebskosten zu senken und die Umwelt zu entlasten. Die Thermografie hat sich als exaktes, zerstörungsfreies Messverfahren bewährt.

Die beste Zeit für eine Hausuntersuchung ist von September bis April. Eine sichere Untersuchung eines Hauses auf Wärmebrücken und Wärmedämmmängel ist dann möglich, wenn der Mindesttemperaturunterschied zwischen innen und außen 15 "Grad" beträgt. Im Herbst und im Frühjahr sind die besten Ergebnisse bei bewölktem Himmel, vor Sonnenaufgang zu erzielen.


Außenthermografie

  • Nachweisen einer ordnungsgemäßen Ausführung
  • Überprüfen des baulichen Wärmeschutzes an der Gebäudehülle
  • Aufspüren von offenen und unzulässigen Stoßfugen und Abdichtungen
  • Aufzeigen von Wärmebrücken, z. B. eine fehlende Kronendämmung auf Gebäudetrennwänden
  • Kontrolle der Dampfsperre
  • Lokalisieren von Fachwerk hinter einer Putzfassade
  • Ortung von feuchten und undichten Stellen auf Flachdächern

Innenthermografie

  • Lokalisieren von Leckagen aufgrund defekter oder luftdurchlässiger Dampfbremsen und deren Anschlüsse z. B. an Wände oder Durchdringungen
  • Aufdecken von Wärmebrücken und Tauwasserschäden durch bauliche Mängel
  • Untersuchen von Kaminen und Abgasanlagen auf Risse und schadhafte Wärmedämmung

Kombination Blower Door und Thermografie

Mit der Kombination von Blower Door und Thermografie können aussagekräftige Details dargestellt werden. Mit Hilfe der Blower Door wird ein Unterdruck im Gebäude erzeugt, so dass durch undichte Fugen und Ritzen kühle Außenluft in das Gebäudeinnere strömen kann. Während diesem Unterdruckzustand wird von in Frage kommenden Bauteilen eine Thermografieaufnahme - ggf. vor und nach der Messung - erstellt, sodass die Unterschiede leicht nachvollziehbar sind.


Weitere Einsatzmöglichkeiten

Der Einsatz der Thermografie ist nicht auf den Hochbau beschränkt, weitere Einsatzgebiete stellen die Heizungs-, Klima-, Sanitär- und Elektrotechnik dar. Im Folgenden sind einige Möglichkeiten zusammengestellt:

  • Kontrolle von Fußbodenheizung: Verlegeart und –dichte sowie Länge der Heizkreise
  • Lokalisieren von verdeckten Rohrleitungen im Fußboden, Wänden und Decken
  • Bohrpunkte im Estrich für Trocknungsarbeiten einmessen, wenn eine Fußbodenheizung installiert ist.
  • Zerstörungsfreie Leckagesuche bei Rohrbrüchen in Wänden und Böden
  • Aufzeigen von Fehlstellen der Wärmedämmung an Heizungs-, Kälte- sowie Kalt- und Warmwasserleitungen
  • Funktionsprüfung von Kühl- und Heiz-Strahlungsdecken und –wänden
  • Überprüfen der Wärmedämmung von Kühlhäusern und –Kühlräumen
  • Kontrolle von Schaltanlagen, Sicherungen, Kabeln und Leitungen sowie deren Klemmen
  • Überprüfen des vorbeugenden Brandschutzes durch Messen der thermischen Entkoppelung in Kamin und Abgasbereichen von Heizungsanlagen und offenen Kaminen